Vitamine, Propionsäure etc.

Das Thema Vitamine und alles was dazugehört, möchte ich an dieser Stelle mal kurz ansprechen. Es hat jeder seine eigene Meinung darüber, da kann und will ich niemandem einen Ratschlag geben. Ich kann aber über meine eigenen Erfahrungen und Gedanken zu diesem Thema sprechen. Über einen Zeitraum von 6 Jahren, habe ich kontinuierlich Propionsäure, Vitamin D mit K1 und K2 zu mir genommen, in fantasievollen Mengen. Das Ergebnis meines Selbstversuches habe ich hier zusammengestellt, besser gesagt, die Einträge aus meinem alten Blog chronologisch aufgeführt. Das Ganze war kein kurzfristiger Versuch, sondern eine konstante Einnahme über einem Zeitraum von 6 Jahren. Meine Vitamine D Werte habe ich während dieser Zeit immer wieder überprüfen lassen, auch die eingenommenen Mengen waren meinen Ärzten bekannt.

Das Fazit für mich war ernüchternd. Ich habe die ganze Sache jetzt zu den Akten gelegt, unter dem Namen „Vitamin Quatsch“.

Aus meinem alten Blog, von Beginn an:

August 2017

Je länger man MS hat, umso experimentierfreudiger wird man. Auch versucht man dann gerne mal simple Alternativen. Ich bin zwar der Meinung, dass man sich nicht an Alternativen klammern sollte, auch sollte man keinen Erfolg voraussetzen, aber ein Versuch schadet nicht. Solange mir die Sache logisch erscheint, warum nicht. Eine gewisse Skepsis sollte aber schon mit im Spiel sein und man sollte wissen, was man macht.

Seit Juni 2016 ist die Propionsäure im Gespräch, sie soll wohl entzündungshemmend wirken und Einfluss auf das beschädigte Immunsystem haben, dass durch den Darm beeinflusst wird. Überall ist über dieses Thema zu lesen, sogar im Fernsehen hat es schon diverse Berichte über diese neuen Erkenntnisse gegeben. Die Propionsäure ist ein Nahrungsergänzungsmittel und ist frei verkäuflich. Umbringen kann man sich damit wohl nicht und nach Anleitung eingenommen, schadet es sicherlich nicht.

Seit 3 Monaten nehme ich in Vitamin D3 in hochdosierter Form. Mengen von 10.000 IE pro Tag sollen verträglich und nicht gesundheitsschädlich sein. Größere Mengen dagegen könnten toxisch wirken. Damit der Körper das Vitamin D3 überhaupt aufnehmen kann, ist eine Mischung mit den Vitaminen K1 und K1 (MK4 + MK7) sinnvoll. Diesen Vitamin K Komplex gibt es ebenfalls frei im Handel. Ist bei Sportlernahrung zu finden. Bisher merke ich noch keine Verbesserung in Sachen „Augen & sehen“, aber es kann ja noch kommen. Schlechter geht es mir jedenfalls dadurch nicht.

Die Sache mit der Propionsäure macht auf mich den logischsten Eindruck und deshalb habe ich mir gestern Propicum Kapseln gekauft. Es ist eine Packung mit 60 Kapseln, mal schauen für wie lange sie ausreichend sein soll. Da bin ich wirklich mal gespannt, ob sich da im Laufe der Zeit etwas tut oder verändert.

Oktober 2022

Seit längerer Zeit nehme ich Vitamin D zu mir, jetzt habe ich die Form der Einnahme mal umgestellt. Früher hatte ich Vitamin D3 in einer Dosis von 10.000 IE täglich eingenommen, von dieser Stärke hatten mir dann aber mein Neurologe und die Ärzte in der Tagesklinik abgeraten. Hatte dann auf 5.000 IE täglich umgestellt, Tabletten kombiniert mit K1 und K2. In letzter Zeit habe mit einigen Leuten über das Thema Vitamin D gesprochen und einiges darüber gelesen. Tabletten scheinen wohl nicht so das Gelbe vom Ei zu sein, auch meine Kombination nicht unbedingt. Vitamin D3 ist ein fettlösliches Vitamin und die Einnahme ohne Fett ist wohl weniger sinnvoll. Das scheint wohl ähnlich wie bei Karottensalat zu sein, der macht ohne Öl auch keinen Sinn. Da kommen die gewünschten Inhaltsstoffe sonst gar nicht im Körper an.

Klar, ob das Ganze überhaupt was bringt, sei mal dahingestellt, schaden tut es mir jedenfalls nicht. Also wer weiß, dann teste ich mal was Anderes. Seit gestern nehme ich Vitamin D3 als Tropfen, diese enthalten Kokos Öl und K2, alles hoch bioverfügbar. Zum Dosieren ist das sehr praktisch, jeder Tropfen hat 1.000 IE. Schauen wir mal, vielleicht ändert sich ja was. Klar ist aber wohl, dass die Schleimhaut im Mund ein Vitamin besser aufnehmen kann, wie wenn es durch die Magensäure wandert.

April 2023

Jetzt ist es denke ich an der Zeit, einen finalen Haken an das Thema Vitamine und Propionsäure setzen zu können. Seit September 2017 nehme ich täglich, Propicum, Vitamin D3, K2, K1 und Magnesium ein, über den Verlauf und die genauen Mengen habe ich kontinuierlich in diesem Blog berichtet. Ich möchte nochmals erwähnen, dass ich mich nicht auf eigene Faust mit massiv überhöhten Vitamin D3 Mengen vollgestopft habe, die Dosierung hatte ich mit einem Arzt der Tagesklinik und mit meinem Neurologe abgeklärt. Es war eine Menge, die noch vertretbar und für den Körper unbedenklich ist.

Seit über 2 Monaten nehme ich überhaupt nichts mehr. Es geht mir keinen Piepser anders, weder besser, noch schlechter. Ich habe meinen Vitamin D3 Spiegel bestimmen lassen, er liegt bei 54 ng/l ohne Einnahme von irgendwelchen Vitaminen. Laut dem Labor im Krankenhaus liegt der Referenzwert bei 15-90 ng/l, das passt also auch ohne Hilfsmittel.

In meinen Augen ist der ganze Vitamin Hype ein riesiger Quatsch. Jetzt habe ich es mal versucht, es hat mir weder geschadet, noch genutzt. Doch, genutzt hat es der Vitaminpillen Industrie, aber ab jetzt ohne mich. Ich kann natürlich nur für mich sprechen, mir hat es überhaupt nichts gebracht. Man muss sich vielleicht noch stärker einbilden, dass es was bringt…